Zwei BennettsFür die Wallabies ist es wichtig, nicht alleine gehalten zu werden. Wie bei fast allen Tieren kann der Mensch die natürlichen Artgenossen nur unzureichend ersetzen. Dies gilt auch für "Beistelltiere".

Wenn man sich mehrere Tiere hält, so ist die Zusammensetzung des Mobs wichtig. Die natürlichste Form ist, einen Bock mit bis zu 12 Weibchen zusammen zu halten. Man muss aber nicht gleich eine Großherde anschaffen - ein Pärchen ist auch ganz in Ordnung.

Mehrere (ausgewachsene) Männchen in einer zu kleinen Herde geht allerdings überhaupt nicht. Hier brechen dann harte Revier- und Rangkämpfe aus. Würde man gar einen Männchenüberschuss haben (z. B. 4 Männchen, 2 Weibchen), so kann das für die Weibchen sogar tödlich ausgehen. Die Böcke würden sich übertrieben über die Weibchen hermachen und diese dann evtl. bis zum Tod in den Stress treiben.

Einen Mob zu halten, der nur aus Männchen besteht, ist dagegen wieder kein Problem. So lange kein Weibchen in der Nähe ist, halten sich die Rangeleien in natürlichen Grenzen.

Unser Lucky rangelt mit seinem Vater

Diese Rangkämpfe unter Männchen muss man auch beachten, wenn man Jungtiere hat. Männliche Tiere müssen dann u.U. rechtzeitig von der Herde getrennt werden.

Zusammenleben mit anderen Tieren

zusammenlebenDa die Wallabies sehr friedliche Tiere sind, sollte es mit anderen Tiere auch keinerlei Probleme geben - solange diese wiederum den Wallabies keine Probleme bereiten. Dies tun all diejenigen Tiere, die aggressiv reagieren bzw. eine große Unruhe verbreiten.

So hatte der Tiergarten Straubing schlechte Erfahrungen mit Schafen gemacht, die mit ins Gehege sollten, um das Gras kurz zu halten (die Wallabies alleine schafften das nicht). Die Schafe traten jedoch immer als Herde und nicht als Einzeltiere auf - sie bewegten sich immer im Pulk über das Gelände, teilweise auch in schnellerer Gangart. Dies wurde von den Wallabies wohl als ziemliche Bedrohung eingestuft und verursachte damit so großen Stress, sodass die Schafe wieder aus dem Gehege genommen werden mussten.

Eine andere Halterinhatte ein Reh mit im Gehege, was zuerst problemlos verlief. Als jedoch das Wallaby-Weibchen ein Junges bekam, brach im Männchen der Revier-Verteidiger durch. Der sonst so harmlose Bock wurde nun plötzlich gegenüber dem Reh aggressiv, sodass dieses aus dem Gehege genommen und getrennt gehalten werden musste.

Keine Probleme sind mir im Zusammenleben mit Hühnern oder Hasen bekannt. Hier gibt es die Erfahrung eines Wallaby-Halters, ein Wallaby-Pärchen zusammen mit einigen Hühnern und Hasen zu halten. Beim Füttern gibt es zwar manchmal etwas Hektik, da jeder auf der Suche nach den besten Bissen ist, jedoch führte das bisher nie zu Problemen wie z. B. Verletzungen oder Fluchtverhalten.